Dieser Sound geht ins Blut

 

erschienen in: Saarbrücker Zeitung (Lokales) vom 23. Mai 2006

 

Seldom Sober beim Musik-,,Sommer“ am Forsthaus Neuhaus

Neuhaus. Der kühle Wind lässt die noch jungen Eichen- und Buchenblätter erzittern, schwarze Regenwolken treiben heran. Wohl dem also, der die vortreffliche Idee hatte, das Open-Air des Musiksommers am Forsthaus Neuhaus vorsorglich nach drinnen zu verlagern. Denn schon im vergangenen Jahr mussten Seldom Sober vor Regen und Unwetter ins Trockene flüchten, wo es dann unplugged weiterging. Diesmal also gleich drin. Viel erklären muss man nicht, wenn man die Musik der „glorreichen Sieben“ anspricht. Die meisten Besucher in der proppenvollen Scheune sind Wiederholungstäter. Irgendwo und irgendwann haben sie Seldom Sober schon gehört und gesehen, ihren irischen und schottischen Tänzen gelauscht, oder ihren pfiffigen Jigs und Reels, ihren manchmal traurigen Balladen. Und auch diesmal legen sich Eva Edlinger (Gesang), Regina Steffen (Mandoline), Ulrich Leibrock (Geige), Wolfgang Schumann (Banjo, Gitarre), Roland Schmitt (Gitarre), Sven Biehl (Percussions) und Rudi Schönmann (Tin Whistle, Querflöte und Uilleann Pipe) so richtig ins Zeug. Wer die Augen schließt und den Fuß im weichen Späne-Boden der Scheune wippen lässt, der könnte glatt aufspringen und einen feurigen irischen Tanz hinlegen – man darf ja mal träumen. Was die Jungs und Mädels von Seldom Sober spielen, geht ins Blut. Erfrischend, dass es, bei der heutigen Vorliebe für elektronische Beats, immer noch Musik ganz handgemacht gibt. Klar also, dass niemand die Band nach zwei Stunden Hörgenuss gehen lässt. lon