Etwas Pop, viel Irish Folk und Comedy in einem Ritt

 

erschienen in: Saarbrücker Zeitung (Lokales) vom 21. März 2002

 

In der Urexweiler Mehrzweckhalle waren rund 200 Gäste begeistert vom ersten Comedy- und Irish-Folk-Abend

Urexweiler (pet). Pop, Irish Folk und Comedy erlebten rund 200 Gäste in der Urexweiler Mehrzweckhalle. Der „Freizeitclub 2000“, ein Verein mit etwa 20 Mitgliedern, deren Hauptanliegen es ist, gemeinsam mit Kindern die Freizeit zu gestalten, war sehr zufrieden mit dem Abend. „Mit dem Erfolg hatten wir überhaupt nicht gerechnet, es war ja nur mal ein Versuch“, freut sich ein Mitglied, „im nächsten Jahr wird es hier garantiert wieder einen Irish-Folk-Abend geben.“

Freuen konnten sich somit auch „RoMo“, eine Popband, die aus vier durchaus stimmgewaltigen Schülerinnen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren besteht. Eindrucksvoll vor allem ihr natürliches Auftreten, das offenbar in dem Vertrauen auf ihr Können und am Spaß an der Sache begründet liegt, und ihre einfallsreiche Choreographie. Alle vier Mädchen erhalten seit Jahren eine Gesangsausbildung und haben sich ihre bisherigen Erfolge tapfer erkämpft. So sicherten sie sich beispielsweise unter 500 Bewerbern den zweiten Platz bei der „Talentschmiede 2001“ von Radio Salü. Die Band hat sich nun nach zwei CDs mit Coverversionen mit „Feel the music“ an einen eigenen Song herangetraut. Obgleich das Publikum eigentlich nicht auf Pop eingestellt war, kam das Quartett sehr gut an.

Es folgte die Formation „Apo“, die im Jahre 1986 von Andreas Federkeil (Akkordeon, Bodhran und Gesang) und Peter Nilles (Gitarre, Bodhran und Gesang) gegründet wurde. Diesen Musikern schloss sich später Stefan Laub (Querflöte und Tin Whistles) an. Unplugged, sanft und sensibel interpretierten die drei Musiker aus Güdesweiler alte irische Balladen, Tanzmelodien und auch neuere Stücke, die beispielsweise von den „Dubliners“ bekannt gemacht wurden. Mal melancholisch, wie bei der Eigenkomposition „Sweet Neverland“, mal beschwingt, wie bei „Lord of the Dance“, „Apo“ hat das gewisse Etwas, das durch konsequentes Verzichten auf unnötige Effekthascherei erreicht wird. Auch die sich im hinteren Teil der Urexweiler Mehrzweckhalle aufhaltenden Gäste, die sich offenbar lange nicht mehr gesehen hatten, hatten die Musik doch im Ohr.

Es folgte Mundart-Entertainer Schorsch Seitz – im bekannten roten Jacket mit Zebrakragen und Mafiosohut. Der Saarländer steht schon seit 30 Jahren auf der Bühne. In den späten 70er Jahren hatte er mit Volker C. Jacoby als „Jacoby & Schorsch“ und anderen mit Mundart-Liedern, die aus dem Leben gegriffen waren, Erfolg. Seine Musik und Texte interpretiert er immer mit Herz, viel Gefühl und Witz. Auch Hörspiele, beispielsweise „Lyoner I antwortet nicht“, das er zusammen mit Gerhard Bungert schrieb, gehören in diese Zeit. Beim Theater Überzwerg in St. Arnual war er sieben Jahre lang musikalischer Leiter und Schauspieler. Seinen ersten Auftritt als Mundart-Entertainer hatte „de Schorsch“ 1997 bei dem Karnevalverein „Mir sinn ned so“ in Saarbrücken. Die Ideen für seine Wortspiele fallen ihm zu. „Da hört man mal hier was und mal dort, reimt sich das ein wenig zusammen“, erzählt er. Seine lockere Art, das Publikum mitzureißen, sein Können im gesanglichen sowie musikalischen Bereich und die niveauvolle Komik, die er charmant ans Publikum bringt – eine Bereicherung, ihn erlebt zu haben. Klar, dass der Preisträger beim „Festival de Chanson“ in Saarbrücken, der auch Auftritte bei Galas in Ägypten, Malaga und Berlin hatte, auch in Urexweiler ein umworbener Gast war. Auch an diesem Abend bog sich Jung und Alt vor Lachen über seine Pfälzer-Witze, seine Parodien der Oldies , Schlager und aktuellen Hits. Seltsamerweise hatte es den Anschein, als wenn sie alle irgendwie aus dem Saarland stammen. „Das hat hier heute Abend richtig Spaß gemacht, ein tolles Publikum“, resümierte der Entertainer im Gespräch mit der „Saarbrücker Zeitung“.

Die nachfolgende Band „Seldom Sober“ erfreute ihr Publikum mit hochkarätiger irischer Musik, gefühlvollen Balladen und schwungvollen Tanzliedern. Die sieben Musiker lernten sich bei „Sonntagsmorgensessions“ in der St. Wendeler „Felsenmühle“ kennen. 1997 gründeten sie die Band und haben sich seitdem getreu ihrem Motto „Irish Folk and so much more“ (irische Volksmusik und so viel mehr) ein großes Repertoire der irischen und internationalen Folkmusik erarbeitet. Obgleich sich die Reihen des Publikums langsam merklich lichteten, spielten sie für die, die da waren, und das wurde mit Freude vom Publikum honoriert. Rudi Schömann brillierte mit seinem wunderschönes Flötenspiel: Insbesondere eine Ballade aus Schottland ging so richtig zu Herzen. Ebenfalls ein Genuss für die Ohren war Eva Edlinger, Ehefrau von Rainer Rodin, mit ihrer klaren, ausdrucksstarken Stimme. Regina Steffen, die Mandoline und Gitarre beherrscht, hilft sie gesanglich gerne mit der zweiten Stimme. Roland Schmitt und Wolfgang Schumann sind die Gitarristen. Corinna Mees unterstützt die Band tatkräftig mit ihrem virtuosen Geigenspiel, während Sven Biehl für die Percussion zuständig ist. Ob schwungvoll Flöte und Geige dominierten oder ob es fetzig, frisch oder gefühlvoll war, die Band überzeugte durch ihre Harmonie und ihr Können.

Zum Zuschauerwunsch „Whisky in the jar“ gesellten sich „Apo“ dazu, womit die Session an diesem Abend in der Urexweiler Mehrzweckhalle zum glanzvollen Höhepunkt der irischen Musik wurde. „Ich will mehr davon“, sang eine Dame, um eine Zugabe bittend, was auch umgehend erfüllt wurde. Tanzende Gäste, zufriedene Veranstalter und Spaß bis in die späte Nacht – das machte den Abend des „Freizeitclubs 2000“ Urexweiler aus.