Folk in der Alten Kirche

 

erschienen in: Saarbrücker Zeitung (Lokales) vom 16. August 2006, Verfasser: JALTHOFF

 

Jede Menge Applaus für Seldom Sober in Wiesbach

In der Alten Kirche in Wiesbach unterhielt Seldom Sober am vergangenen Freitagabend rund 100 Zuhörer. Die sieben Folk-Musiker begeisterten über zwei Stunden mit irisch-keltischer Musik vom Feinsten.

Wiesbach. „Es macht richtig Spaß heute Abend.“ Eva Edlinger, die Sängerin von Seldom Sober, bedankte sich noch während der ersten Hälfte ihres Konzertes in der Alten Kirche Wiesbach herzlich beim Publikum. Ein Dank, den die über 100 Besucher am Freitagabend gerne zurückgaben – etwa mit jeder Menge Applaus. Aber auch mit einer sehr guten Stimmung, die das Konzert der sieben saarländischen Irish-Folk Musiker zu einem angenehmen Erlebnis machte. Dazu trug sicher auch der Veranstaltungsort, die unter Denkmalschutz stehende Alte Kirche bei – mit ihrem einzigartigen Charme aus kahlen, geschichtsträchtigen Wänden, alten Kirchenfenstern und gerade für die Musik von Seldom Sober passender Akustik.

Irish Folk vom Feinsten – so lässt sich das Konzert in einem Satz noch am Besten zusammenfassen. Mehr als zwei Stunden verbrachten Eva Edlinger, Regina Steffen, Corina Trost, Wolfgang Schumann, Roland Schmitt, Sven Biehl und Rudi Schömann mit ihrem Publikum und gestalteten einen schönen Abend. Vor allem einen stimmungsvollen, mit irisch-keltischer Musik in überwiegend klassischem Arrangement.

Das Repertoire der Ende 1997 gegründeten Band reichte dabei von traditionellen irischen Klängen, bis hin zu zeitgenössischem Folk. Zu Gehör gebracht wurden Tänze und Folk-Songs, die von der Sehnsucht Ausgewanderter nach ihrer Heimat erzählten, von dem Streben der Iren nach Unabhängigkeit, von der verlorenen Liebe oder passend zum Bandnamen, der übersetzt so viel wie „Selten nüchtern“ bedeutet, Trinklieder. Lieder und Melodien eben, heftig und rau und gleichzeitig doch frisch wie die Grüne Insel selbst. Wie in Irland gehörten nicht nur Geschichten in Liedform, sondern auch allerlei Anekdoten um die Entstehung der einzelnen Lieder dazu.

Die Gesangsparts übernahm in der Regel Eva Edlinger, die mit ihrer klaren Stimme für die nötige Weichheit sorgte. In einigen Liedern sorgten Regina Steffen und Wolfgang Schumann für tolle Unterstützung. Hin und wieder standen auch die Instrumente im Vordergrund – etwa das herrliche Geigenspiel von Corina Trost, die Querflöte von Rudi Schömann oder die Sambatrommel von Sven Biehl. Und spätestens, als man bei geschlossenen Augen der Small-Pipe (Dudelsack) von Rudi Schömann lauschte, kam in einem ein bisschen Fernweh auf. mgs